Wenn frau, so wie ich selbstgewählt im kulinarischen „Ausland“ lebt, braucht frau wenigstens kulinarisch heimatliche Gerichte. Vor allen Dingen, wenn sie lecker schmecken und ich einkochen darf und dabei auch noch die Schwemme von grünen Tomaten etwas vermindern kann. Meine Eltern waren grade zu Besuch und meine Mutter war so nett und hat mir geholfen meine Tomaten- Paprika- und Chilipflanzen zu ermorden und die überreiche letzte Ernte einzufahren. Natürlich muss ich Russenkraut draus machen. Ich kann mich noch sehr gut dran erinnern, wie das in meiner Kindheit war: Berge von Zwiebeln wurden durch die Küchenmaschine gejagt, tränenüberströmt saßen wir um den Küchentisch, teilweise mit Taucherbrille bewaffnet, aber auch das hilft bei 5 Kilo Zwiebeln nix. 🙂

Meine heutige Einkocherei stellt sich da ein bisschen humaner dar. Ich brauche keine Berge von Russenkraut, ein paar Gläser reichen auch. So hab ich selbst genug und kann auch noch ein paar verschenken.

Zutaten:

  • 1 kg grüne Tomaten
  • 1 kg Kraut
  • 500 g Zwiebeln
  • 300 g Karotten
  • 300 g grüne Paprika
  • 120 g Honig
  • 180 g Zucker
  • 2,5 Eßl. Salz
  • 0,7 l Weißweinessig (5%)
  • 2 l Wasser
  • 1 Pkg. Einlegegewürz

Zubereitung:

Am Vorabend alles Gemüse am besten mit der Küchenmaschine in feine Streifen schneiden und einsalzen. Wie viel Salz man baucht: So viel wie beim Einsalzen vom Krautsalat (O-Ton meiner Mutter) und deshalb kann ich da wirklich keine g-Angabe machen. Das Gemüse mit den Händen durchkneten verkosten und wenn es angenehm salzig schmeckt ist es richtig! Mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht stehen lassen.

russenkraut

Am nächsten Tag den Essigsud zubereiten. Aufkochen lassen. Das Gemüse gut ausdrücken und im Essigsud ca. 10 köcheln lassen.

Das Gemüse in die vorbereiteten Gläser füllen, den Sud nochmals aufkochen lassen und die Gläser damit befüllen, verschließen und für 10 min auf den Kopf stellen.

Ergibt genau 12 Gläser á 345 ml. Ein paar Wochen sollte das Russenkraut schon ziehen, damit es richtig lecker schmeckt. Am Besten zur Jause!

Dieses Jahr habe ich das Russenkraut kochend heiß in die Gläser gefüllt und den Sud nicht nochmal abgeseiht. Aber ich denke es wird auch dieses Jahr haltbar bleiben.

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